Von KRISTIN SCHMIDT, 23.03.07

BONN. Anfangs noch grau in Grau, streifen die Darsteller des Musicals „Godspell“ bereits in den ersten Szenen ihre triste Kleidung ab und machen die kleine Bühne in der Auferstehungskirche auf dem Venusberg zu einer Hippie-Veranstaltung mit religiösem Hintergrund. Hektik, Schule, erstes Verliebtsein und Streit, die Zugehörigkeit zu einer Clique, Shoppen - damit beginnt das Kultstück. Aus dieser ersten Vielseitigkeit wird plötzlich Orientierungslosigkeit, die zahlreichen Gespräche auf der Bühne verschwimmen zu einem unverständlichen „Gebrabbel".

Quelle: www.rundschau-online.de

 

Zusammen mit dem Gospelchor „S(w)inging Chariot" führten rund 120 Akteure, darunter circa 60 Bühnendarsteller, das Musical aus dem Jahre 1971 erneut in Bonn auf und gaben dem Stück eine neue Interpretation.

Noch bis September absolviert die Generationen übergreifende ökumenische Gruppe zwischen neun und 70 Jahren aus Bonn, Bad Godesberg und Köln Auftritte im Umland. „Es ist faszinierend, mit welcher Intensität sich die Jugendlichen in das Musical-Projekt einbringen", lobte Katharina Wehrkamp, Jugendleiterin der Thomaskirchengemeinde und Organisatorin von „Godspell", das Engagement. „Das Stück ist zu einem Familienprojekt geworden, einem Medium, das viele berührt."

Da gibt es wilde Hippies, verspielte Jugendliche, gestresste Mütter und ernste Prediger. Die Aufführung verknüpft Alltag und Erfahrungen heutiger Jugendlicher und Erwachsener mit Texten des Matthäus-Evangeliums. Im Mittelpunkt stehen die letzten Tage von Jesus. Das Stück „Godspell" (gute Nachrichten) greift sowohl den Text des Evangeliums in teils naiv-spielerischer, teils harmlos-parodistischer Weise auf, als auch die Frage, wie und wo Jesus den Menschen begegnet.

Es geht um Gewalt und Liebe, Konflikte und Frieden, Gottes Schöpfung und wie die Menschen damit umgehen. Die Dialoge sind keck, die Musik mitreißend von Rock und Pop bis zu Soul und Ragtime.

Während im ersten Teil Taufe und Bergpredigt im Mittelpunkt stehen, liegt der Schwerpunkt des zweiten Aktes auf den Warnpredigten, den Weissagungen, der Anfechtung Jesu, dem Abendmahl und dem Weg der Passion bis zum Tod.

„Godspell" ist ein Projekt, das motivieren will, sich inhaltlich, choreographisch und musikalisch mit dem Leben Jesu auseinander zu setzen und das biblische Themen auf die heutige Zeit projizieren will. Die parodistischen Dialoge ernten viele Lacher und helfen, erste Hemmnisse abzubauen sowie Ansätze für das eigene Handeln zu geben.

Die nächsten Aufführungen finden vom 16. bis 20. Mai beim Evangelischen Kirchentag in Köln statt.

www.godspell-musical.de